2006/2007 - Fasend in alten Bildern - Friedrich Strohm

Fasend in alten Bildern - Der Fotoschatz des Gengenbacher Stadtchronisten Friedrich Strohm

Friedrich Strohm arbeitete von 1950 bis 1976 als Fotograf in Gengenbach. Er hinterließ ein Fotoarchiv mit über 40.000 Negativen – ein unschätzbarer Wert für Gengenbach und die nachfolgenden Generationen.

Über einen Zeitraum von 26 Jahren hat Friedrich Strohm in sage und schreibe 6.000 Bildern auch die Gengenbacher Fasend dokumentiert. Jeder Hemde-glunker, Heitere Abend und Umzug wurde festgehalten. Die Filme hat Strohm in kleinen Aludosen aufbewahrt und deren Deckel handschriftlich mit den Jahreszahlen versehen.

Friedrich Strohm wurde am 2. September 1910 in Freiburg geboren und absolvierte dort eine Lehre als Fotograf. 1939 heiratete er Elisabeth Zorn aus Gengenbach und ließ sich hier nieder. Nach Arbeitsdienst, Kriegsteilnahme und Gefangenschaft kehrte Friedrich Strohm zunächst nach Offenburg zurück.

Nachdem er dort seine Meisterprüfung abgelegt hatte, kam er wieder nach Gengenbach. Hier fand er seinen ersten Wohn- und Geschäftssitz in der Schwedenstraße. Von dort wechselte er in das Haus Kornmaier am Marktplatz (heute links der Volksbank) und verlegte schließlich sein Geschäft in die Victor-Kretz-Straße (heute Keilbach), wo es bis zu seinem Ruhestand verblieb.

Als erste Auftraggeber verhalfen die Papierfabrik Köhler und das Kloster der Franziskanerinnen Friedrich Strohm zu einem erfolgreichen Start. Da er auch als Bildreporter für die lokale Presse tätig war, gab es bald schon keine Einschulung, keine Konfirmation, keinen Rekrutenjahrgang und auch keine Fasend ohne Bilder des Fachgeschäfts Foto-Strohm. Als Fotograf für die "Gengenbacher Blätter", das Stadtarchiv und Otto Ernst Sutter gab es in Gengenbach kein wichtiges Ereignis ohne den agilen Mann hinter seiner "Leica" – den "Stadtchronisten" Friedrich Strohm.

Schon 1990 gab es im Museum Haus Löwenberg die erste Strohm-Ausstellung "Der Stadtchronist". In der Ausstellung und dem Ausstellungskatalog wurden den Gengenbachern mehr als zwei Jahrzehnte historisches Stadtgeschehen präsentiert.

Die Narrenzunft mit ihrem Museum Niggelturm führt nun diese Arbeit fort und zeigt mit der Ausstellung "Fasend in alten Bildern" im Narrenmuseum und  einem Begleitband einen nicht unerheblichen Teil des Gesamtwerks von Strohm.
Der Katalog und die Ausstellung sind wichtige historische Dokumente, ein zeitgeschichtlicher Rückblick auf ein Vierteljahrhundert Gengenbacher Fasend und eine Würdigung Friedrich Strohms. Die Weitergabe an die nächste Generation sowie die Sicherung der Geschichte ist Sinn und Zweck dieser Ausstellung !



"Sonderausstellung"

Jährlich gibt es während der Hauptöffnungszeiten von April bis Oktober eine Sonderausstellung. Während der Öffnung im Dezember wird eine Ausstellung mit eher künstlerischem Hintergrund gezeigt.