Advent 2014 - Unterm Bollenhut/ Hasemann und Liebich

Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen Künstler in das Gutachtal, Schriftsteller und vor allem Maler. Ihre Werke sind ein einhelliges Lob der Landschaft, der markanten Bauernhäuser und der Menschen in ihrer attraktiven Tracht mit den inzwischen weltbekannten Bollenhut.

Seitdem die Schwarzwaldmaler Wilhelm Hasemann und Curt Liebich ab ca.1880 Gutach zum Wohn- und Wirkungsort erwählt hatten, kann man vom Beginn der Gutacher Malerkolonie sprechen. Beide Künstler haben dem Schwarzwald als Kultur-landschaft entscheidend mitgeprägt. Ihre Beziehung zu den Ausbildungsstätten in Berlin, Dresden, Weimar, München und Karlsruhe brachten viele Künstler aus allen Gegenden Deutschlands, der Schweiz und Frankreichs nach Gutach.  

Das Museum Niggelturm zeigt im Advent 2014 ausgewählte Werke aus der großen Epoche der klassischen Schwarzwaldmalerei.

Gezeigt werden neben den wertvollen Bildern, auch Foto-Studien die im alten Gengenbach entstanden sind und als Vorlagen für die Ölbilder gefertigt wurden. Außerdem ist die original Gutacher Tracht  gezeigt, die mit ihrem Bollenhut den Schwarzwald oder oft sogar ganz Deutschland weltweit vertritt.

 

Von der Balustrade des Niggelturms hat der Besucher den besten Blick über das adventliche Gengenbach und den großen Adventskalender am Rathaus.

 

Öffnungszeiten: 29.11. – 23.12.2014, täglich von 16.00 - 19.00 Uhr, sonntags von 13.00 - 19.00 Uhr.



2014 - Großkopfete Schwellköpfe und Stülpmasken in der Fastnacht

Das Narrenmuseum Niggelturm präsentiert von April bis zum Oktober 2014 erstmals im deutschen Südwesten eine wertvolle Sammlung seltener Stülpmasken. Die in der alemannischen Mundart auch als „Mollikopf“ (Dickkopf) bezeichneten überdimensionalen Masken waren einst im fastnächtlichen Narrentreiben weit verbreitet. Produziert wurden diese Raritäten aus Pappmaschee in den vergangenen Jahrhunderten vor allem in den Maskenmanufakturen Thüringens. Diese Maskenfabriken erlebten in der Zeit um 1900 eine Hochkonjunktur, als internationale Karnevalshochburgen und zugleich auch die schwäbisch-alemannischen Fastnachtszentren mit Karnevalsartikeln, Larven und Schwellköpfen beliefert wurden. Gezeigt werden im Niggelturm echte Raritäten: Tierfiguren, Prominente, Ordnungshüter, fremde Kulturen und Charakterköpfe, die dem Zeitgeist entsprechend glossiert wurden. Die Ausstellung wird ergänzt durch historische Fotografien, die aufzeigen, dass die „Großkopfeten“ auch in der schwäbisch-alemannischen Fasnet einst ihren Platz hatten. Außerdem wird die Herstellung der Schwellköpfe ausführlich beleuchtet. Seltene historische Kataloge belegen die einstige Vielfalt der Gesichtsverlarvung aus Thüringer Werkstätten eindrucksvoll. Die Ausstellung wird durch Leihgaben der Alemannischen Larvenfreunde, dem Verein zur Förderung der europäischen Maskenkultur ermöglicht, aus deren Sammlungen die Masken stammen.

"Alemannische Larvenfreunde"

Ein Schwerpunkt unserer Vereinsarbeit ist das Erforschen, Dokumentieren sowie das Sammeln und Präsentieren von Masken und Maskenbräuchen. Nicht nur die klassische Holzlarve steht im Fokus der Larvenfreunde. Ob Pappmasche, Drahtgaze, Stoff, Gips oder Leder. http://www.larvenfreunde.de